Abhängigkeitsverwaltung
From LiquidDemocracy
Adhocracy verwaltet Abhängigkeiten zwischen Vorschlägen, ähnlich zu einem Packetmanager wie Apt. Das Modell beruht auf folgenden Beobachtungen:
- Eine Liquid Democracy sollte einen Mechanismus anbieten, der vor Widersprüchen in einer Konstellation angenommener Vorschläge warnt.
- Vorschläge können sich widersprechen. Dies gilt auch dann, wenn die Vorschläge unterschiedlichen Themen zugeordnet sind. Dies widerspricht der vereinfachenden Annahme von Präferenzwahlsystemen, die von geschlossenen Optionsgruppen ausgehen (Vorschlag1 OR V2 OR V3).
- Beispiel: Das bedingungslose Grundeinkommen widerspricht sowohl dem aktuellen System zur Rentenversicherung wie dem aktuellen Modell des Arbeitslosengeldes II. Allerdings widersprechen sich Rentenversicherung und Arbeitslosengeld II nicht. (grob: (BGE OR Rente) AND (BGE OR ALG))
- Das Beispiel kann umgangen werden, indem der Vorschlag zum BGE in zwei Sub-Vorschläge aufgeteilt wird ("BGE für Rentner", "BGE für Arbeitslose"). Solch eine Strukturierung erscheint mir jedoch wenig intuitiv und führt zu Situationen, in denen der Widerspruch in eine inhaltliche Ebene verlagert wird (BGE für Renter: Ja, BGE für Arbeitslose: Nein, widerspricht dem Gedanken des BGE).
- Beispiel 2: Zwei Vorschläge beanspruchen die gleiche Ressource. Vorschlag I löst das Problem der Staatsverschuldung (partiell), indem man erneut ein paar Funklizenzen versteigert. Vorschlag II nutzt die gleichen Versteigerungserlöse zur Finanzierung eines gigantischen Freizeitparks. Das gleiche kann man auch mit Flächennutzungsplänen etc. machen.
- Beispiel: Das bedingungslose Grundeinkommen widerspricht sowohl dem aktuellen System zur Rentenversicherung wie dem aktuellen Modell des Arbeitslosengeldes II. Allerdings widersprechen sich Rentenversicherung und Arbeitslosengeld II nicht. (grob: (BGE OR Rente) AND (BGE OR ALG))
- Eine Liquid Democracy sollte zudem einen Mechanismus anbieten, der es erlaubt eine inhaltlich sinnvolle Modularisierung von Vorschlägen vorzunehmen. Das zentrale Werkzeug hierfür ist eine notwendige Voraussetzung (grob: Wenn B sein soll, muss auch A sein).
Adhocracy nutzt daher zwei Beziehungsrelationen, "Alternative" und "Dependency".
- Eine Alternative ist eine umkehrbare Beziehung. Sie verlangt, dass jeweils nur eines der beiden Enden der Relation (Motion 'left' oder 'right') adoptiert sein darf. Die Beidseitigkeit der Beziehung verlangt an einigen Stellen seltsame Hacks, insbesondere in den create() und edit()-Methoden des MotionController.
- Eine Dependency ist einseitig und gibt vor, dass "motion" erst dann adoptiert werden darf, wenn "requirement" bereits adoptiert ist.
Im User Interface werden beide Beziehungstypen gemeinsam (in einem Dropdown) dargestellt um dem User ein einfacheres System zu suggerieren.
[edit] Implementierungslücken
In der aktuellen Implementierung des Abhängigkeitsmanagement bestehen einige Lücken:
- Das System überprüft die logische Konsistenz der erstellten Beziehungen nur im geringen Maß (i.e. es wird geprüft, dass zwischen zwei Vorschlägen jeweils nur eine Beziehung vorliegt). Logische Kreisstrukturen, die zu einer unmöglichen Situation führen werden bislang nicht geprüft.
- Das Verhältnis zwischen Beziehungen und den Stabilisierungsfunktionen ist komplex und bisher unzureichend spezifiert. So sollten sich manche Stabilisierungsintervalle überschneidenm, andere an einander anschließen. Wer Lust hat daraus mal eine Systematik zu machen bekommt ein Eis.