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Adhocracy/Abstimmungen

From LiquidDemocracy

Zur Abstimmung verwendet Adhocracy eine einfache, namentliche Abstimmung (repräsentiert durch die Entität "Poll"). Den Teilnehmern stehen die Optionen "Dafür", "Dagegen" und "Enthaltung" zur Verfügung. Im Verfahren handelt es sich um eine Mehrheitsentscheidung. Der Begriff der Mehrheitswahl ist jedoch fehlführend, weil er als "Wahlverfahren" die Entscheidung zwischen mehreren Optionen (Vorschlägen) suggeriert.

Jede Abstimmung bezieht sich auf einen Vorschlag. Sie verfügt über einen Anfangs- und Endzeitpunkt. Der Endzeitpunkt wird jedoch erst festgelegt, wenn eine Abstimmung abgebrochen wird. Obwohl die Spezifikation eines Endzeitpunktes in der Zukunft (terminierte Abstimmung) möglich ist wird diese Option aktuell nicht im Interface angeboten.

[edit] Stimmen

Stimmen werden als Entität "Vote" gespeichert. Sie verfügen über einen "user", eine "poll" und eine "orientation" (die als Integer-Wert -1, 0 und +1 für Dagegen, Enthalten und Dafür enthält). Zudem exisitiert ein "delegation"-Feld, welches entweder NULL ist oder auf die "Delegation" verweist, die zur Abgabe dieser Stimme geführt hat. Dies erlaubt es jedoch nicht, verlässlich auf die Stimme zu schließen, die auf Seite des Delegaten dem Vote zugrunde lag. Ein solcher Rückschluß (der etwa zur Rekonstruktion des Delegationspfades anhand eines Abstimmungsergebnisses notwendig wäre) kann nur Aufgrund zeitlicher Nähe erfolgen.

[edit] Parameter

Für Abstimmungen kommen in Adhocracy aktuell zwei Parameter zum Einsatz, die erforderliche Mehrheit und das Beteiligungsquorum (die Zahl der User, die an einer Abstimmung teilnehmen müssen, damit es zu einer Annahme des Vorschlags kommen kann).

  • Die Mehrheit ist eine Eigenschaft der Adhocracy-Instanz. Sie wird als Gleitkommazahl im Bereich 0.0-1.0 abgelegt, wobei 1.0 einer einstimmigen Entscheidung entspräche. Im Interface werden aktuell die Optionen 0.5, 0.66 (beachte den "Rundungsfehler") und 0.98 angeboten.
  • Das Beteiligungsquorum ist ein dynamischer Wert. Ihm liegt die durchschnittliche Teilnehmerzahl (inkl. indirekter Stimmen) aller aktuell laufenden Abstimmungen zugrunde. Der so ermittelte Wert wird mit der erforderlichen Mehrheit multipliziert und aufgerundet.
    • In einer Instanz mit einer aktuellen, durchschnittlichen Teilnehmerzahl von 4 Teilnehmern und einer erforderlichen Mehrheit von 0.66 müssen also 3 User an der Abstimmung teilnehmen.
  • Beide Werte können sich während einer laufenden Abstimmung ändern, was eigentlich eine Änderung der Regeln darstellt. In der Zukunft sollte daher die zum Anfangszeitpunkt geltende Mehrheit und Teilnehmerzahl in die Poll übernommen werden um eine nachträgliche Änderung zu vermeiden.

Das Beteiligungsquorum bedarf einer Erläuterung. Ziel des Quorum ist folgendes:

  1. Es vermeidet die Notwendigkeit einer expliziten Mitgliedschaft in Themenbereichen, wie sie im aktuellen Liqd-Konzept angedacht ist.
  2. Sie passt sich dynamisch an die Aktivität im laufenden System an. Hat eine Instanz 100 Mitglieder aber nur 5 aktive Teilnehmer, so verhindern die passiven Teilnehmer nicht eine Entscheidungsfindung. Da eine solche Verteilung für soziale Software typisch ist, scheint die Maßnahme notwendig.
  3. Gleichzeitig vermeidet die flexible Anpassung eine Notwendigkeit zur aktiven Löschung (bzw. Ausgrenzung) inaktiver Mitglieder. Die Ermittlung passiver Mitglieder scheint algorithmisch komplexer als die Anpassung des Quorums.
  4. Das Quorum sollte groß genug sein, um kleine Gruppen innerhalb einer Instanz ("Garnelenfangquote") zur Bewerbung ihrer Sache zu zwingen. Dennoch sollte es durch die Anwendung des Mehrheits-Wertes klein genug sein um auch Themen eine Chance zu geben, die ein unterdurchschnittliches Interesse genießen.