Adhocracy/Social Software
From LiquidDemocracy
Eine Liquid Democracy muss eine partizipative Plattform sein, die durch eine Gemeinde von Freiwilligen geschaffen und am Leben gehalten wird.
Aus dieser simplen These ergibt sich für mich eine recht grundlegende Maxime: Liquid Democracy ist kein politisches System, sondern soziale Software. Beispiele:
- Die Machtverteilung in einem modernen politischen System erfolgt nach demokratischen Grundsätzen. In sozialer Software kommt ein meritokratisches Modell zum Einsatz. (cf. Karma)
- Die kleinste Einheit eines politischen Systems sind in Interessengemeinschaften organisierte Bürger (cf. Bündnisse). In sozialer Software steht zudem ein sozialer Graph und die darin entstehenden Cluster im Vordergrund, Bündnisse entstehen anhand dieser Strukturen.
Es ist ein grundlegender Fehler von NGOs und NGO-Veteranen, Projekte digitaler, sozialer Produktion (F/OSS, Wikipedia, ...) mit NGOs verwechseln: es arbeiten Freiwillige, es gibt irgendwie eine Vision. Doch für soziale Produktion gelten vollkommen andere Regeln als für NGOs. Wie gefährlich diese Verwechselung ist erläutert Mark Pesce in diesem Video-Vortrag von der #pdf09:
Die Regeln, die für eine Liquid Democracy gelten - insbesondere die Prozesse und Machtstrukturen - müssen das Produkt der Community sein. Der Ansatz, wie bei politischen Systemen üblich, Regeln in einem Frontaldesign zu spezifizieren, wird scheitern.
Oder, um Mark Pesce im oben verlinkten Video zu zitieren: Ziel ist eine "autopoietic formation of polities". (Wer wirklich weiß was das heißt soll sich bei mir melden, aber es klingt gut --pudo 15:17, 6 January 2010 (UTC))