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Direkter Parlamentarismus/Einführung

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Direkter Parlamentarismus

Mit dem Direkten Parlamentarismus arbeiten wir an einem Konzept, das die Vorteile des parlamentarischen Systems mit den Möglichkeiten direkter Demokratie verbindet. Besonderen Wert legen wir darauf, dass das Konzept des Direkten Parlamentarismus auf alle Gesellschaftsbereiche anwendbar ist, in denen Menschen in einem diskursiven Prozess verbindliche Lösungen nach demokratischen Maßstäben entwickeln möchten. Sei es in Parteien, Vereinen, Parlamenten oder anderen Organisationen.



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Diskurs

Im Direkter Parlamentarismus wird der Diskurs als eine der zentralen Voraussetzung legitimer Entscheidung betrachtet. Die Herausforderung freie und allen offen stehende Diskurse für große Gruppen mit vielen beteiligten Menschen zu organisieren, stellt die große Herausforderung des Direkten Parlamentarismus dar und zeigt zugleich das zentrale Defizit der etablierten direktdemokratischen und repräsentativen Systemen. Direktdemokratische Systeme ermöglichen den Bürgerinnen und Bürgern zu zentralen Sachverhalten selbst abzustimmen, ein Diskurs zu den abzustimmenden Gesetzesentwürfen findet jedoch nur im Vorfeld zwischen den Initiatoren und zuständigen Repräsentanten statt. Die Bürgerinnen und Bürger können lediglich abstimmen, jedoch keine eigenen Ideen beitragen. In repräsentativen Systemen ist dagegen durch die parlamentarischen Strukturen der Fraktionen, Ausschüsse und dem Plenum häufig ein effizientes Diskurssystem installiert, es steht jedoch ausschließlich den Repräsentanten offen. Mit dem Direkten Parlamentarismus verbinden wir - auch durch die Nutzung moderner technischer Errungenschaften die früher nicht zur Verfügung standen - die Stärken der beiden Systeme und beseitigen damit ihre Defizite. Im Direkten Parlamentarismus steht es allen offen für sich selbst zu entscheiden, zu welchem Thema und zu welchem Zeitpunkt sie sich aktiv an den Diskursen beteiligen möchten, oder ob sie ihre Stimme delegieren wollen oder auch selbst nur an der Abstimmung teilnehmen wollen.

Ideen

Auch wenn der Direkter Parlamentarismus eine dynamische Delegation nach dem Prinzip des Delegated Voting (Proxi Voting) ermöglicht, stehen nicht Personen sondern Ideen im Vordergrund. Über Ideen (Vorschläge) finden Menschen zusammen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Einen Vorschlag stellt man sich am besten vor wie Parteien auf Zeit, die sich ein spezifisches gesellschaftliches Anliegen verfolgen. Alle den einen Vorschlag unterstützer - die gleiche Idee verfolgen - haben dadurch die Möglichkeit, sie gemeinsam weiter zu entwickeln.

Bündnisse in PFPs.png

Diskursebenen

Direkter Parlamentarismus etabliert für jedes Thema ein Parlament auf Zeit. Der Direkte Parlamentarismus gründet in erster Linie auf der Idee, dass zu jedem gesellschaftlichen Thema ein selbstständiges Parlament gegründet wird, in dem das jeweilige Thema zur Diskussion und Abstimmung steht. Politikfeldparlamente haben die Aufgabe, dass alle Bündnisse, die sich thematisch überschneiden, zueinander finden. Dies ermöglicht einerseits Diskurs zwischen Bündnissen und andererseits Abstimmungen, bei denen alle Beteiligten berücksichtigt werden können. Bündnisse werden Mitglied eines Politikfeldparlamentes, indem sie sich in dem jeweiligen Themenbereich engagieren.


Politikfeldparlamente.png

Dynamische Delegation

Ein bereits angesprochener Aspekt des Direkten Parlamentarismus ist der dynamische Abstimmungs- und Wahlmechanismus innerhalb der Vorschläge. Im Direkten Parlamentarismus genügt das Interesse an einem Thema, um auch Repräsentant für eine Idee zu werden und die Stimmen Anderer zu vertreten. Innerhalb eines Vorschlags kann der Wunsch nach Mitgestaltung der Unterstützer der Idee weit auseinandergehen: Einige wollen lediglich eine Idee mit ihrer Stimme unterstützen, andere möchten aktiv am Diskurs teilhaben und ihre eigenen Ideen einbringen und andere wollen ihre Stimme wiederum an andere delegieren, von denen sie den Eindruck haben, dass sie den Vorschlag nach dem eigenen Interesse weiterentwickeln.

Dynamische Wahl in Bündnissen.png


Anwendungsbereiche

Unser Ziel ist es, den Direkten Parlamentarismus in möglichst vielen Gesellschaftsbereichen anwendbar zu gestalten, da wir Demokratie nicht ausschließlich als Staatskonzept, sondern als eine Idee verstehen, die in allen gesellschaftlichen Bereichen sinnvoll eingesetzt werden kann, in denen Menschen auf Augenhöhe und nach fairen Regeln Ziele erreichen wollen. Da in unterschiedlichen Anwendungsbereichen jedoch unterschiedliche Voraussetzungen vorzufinden sind und durch die etablierten Organisationsstrukturen unterschiedliche Bedingungen erfüllt werden müssen, sammeln und erarbeiten wir entsprechende Konzepte des Direkten Parlamentarismus für die verschiedenen Anwendungsbereiche.

Auch hierzu möchten wir Sie herzlich einladen mitzuwirken, eigene Ideen einzubringen oder auch gezielt Fragen an uns zu richten.